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29.10.2018

„20 Prozent Ökolandbau in Rheinland-Pfalz – für die Umwelt, die Verbraucher und die regionale Wertschöpfung“

Umweltministerin Höfken stellt ersten Öko-Aktionsplan für Rheinland-Pfalz vor / 42 Maßnahmen in vier Handlungsfeldern / Regionalmarke EIFEL mit dabei

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner unterstützt den Öko-Aktionsplan von RLP-Ministerin Uli Höfken (Bild: RME)

„Der Beitrag der ökologischen Landwirtschaft für den Klimaschutz, für den Erhalt der Artenvielfalt, für saubere Gewässer und eine gesunde Ernährung ist unbestritten. Zugleich nimmt die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln stetig zu. Seit Jahren gibt es hohe Zuwachsraten im Handel – Bio ist der Wachstumsmarkt dieses Sektors. Mit dem ersten Öko-Aktionsplan für Rheinland-Pfalz wollen wir daher nicht nur das Angebot und die Wertschöpfung steigern, sondern auch dafür sorgen, dass die Nachfrage verstärkt mit Produkten aus Rheinland-Pfalz gedeckt werden kann – davon profitieren die Landwirtinnen und Landwirte sowie die Umwelt gleichermaßen“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung des Öko-Aktionsplans in Mainz. Gemeinsam mit Wirtschaftsakteuren, Verbänden, Landwirtinnen und Landwirten, mit Vermarktern und Verarbeitern sowie Vertretern aus Wissenschaft und Bildung wurde der Öko-Aktionsplan mit insgesamt 42 Maßnahmen erstellt.

Flächenzunahme um 83 Prozent und Anstieg der Ökofläche von 5 auf 10 Prozent

Seit 2010 ist der Anteil der Ökofläche von fünf auf zehn Prozent angestiegen (69.000 Hektar). Das entspricht einer Flächenzunahme von 83 Prozent in sieben Jahren. „Wir wollen die Rahmenbedingungen für 20 Prozent Ökolandbau in Rheinland-Pfalz schaffen – für die Umwelt, die Verbraucherinnen und Verbraucher und die regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum. Damit verfolgen wir auch das Ziel, Rückstände in Lebensmitteln zu reduzieren.“ Höfken betonte: „So wie die Winzerinnen und Winzer in der Qualitätsentwicklung attraktive Betriebsmodelle entwickelt haben, ist gerade die ökologische Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz auf dem Weg zu innovativen Unternehmen. Eine kleine Auswahl werde ich bei den Ökothemen-Tagen unter dem Motto ‚Von der Weide auf den Teller‘ besuchen und vorstellen.“

2019/2020: Pro Jahr 300.000 Euro für Umsetzung der Maßnahmen

Konkret wurden 42 Maßnahmen in folgenden vier Handlungsfeldern entwickelt:
• Stärkere Berücksichtigung des Ökolandbaus in der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung;
• Ökolandbau und ökologische Tierhaltung durch Versuchswesen, Beratung und Digitalisierung und Weiterentwicklung der Produktionstechnik stärken;
• Honorierung der umweltbezogenen und gesellschaftlichen Leistungen des Ökologischen Landbaus;
• Stärkung und Ausbau der regionalen Wertschöpfungsketten für ökologische Produkte.

 
Im Entwurf zum Doppelhaushalt 2019/2020 wurden zudem 300.000 Euro jährlich für die Umsetzung der Maßnahmen eingestellt. Hinzu kommen EU- und Landesmittel zur Honorierung der Umweltleistungen des Ökolandbaus in der aktuellen Förderperiode bis 2020. Rheinland-Pfalz hat allein im Jahr 2017 15,4 Millionen Euro an Fördermitteln für den Öko-Landbau in Rheinland-Pfalz ausgezahlt.

Analyse der Wertschöpfungsketten und stärkere Vernetzung

„Inzwischen kauft ein Viertel der Bürgerinnen und Bürger regelmäßig Bioprodukte. Doch kann die Nachfrage aus Rheinland-Pfalz nicht ausreichend gedeckt werden. Hier gibt es ein großes Potenzial“, betonte Höfken. Daher steht die Vernetzung der verschiedenen Akteure der Wertschöpfungskette ganz oben auf der Agenda.“ Es werden Netzwerktreffen organisiert, um Akteure der Wertschöpfungskette zusammenzubringen und regionale Lieferpartnerschaften zu entwickeln, etwa mit Großküchen oder Kita- und Schulträgern. Außerdem sollen Kooperationen geschaffen werden, um auch über die Landesgrenzen hinaus Synergien zu nutzen, etwa in der Vorverarbeitung für Großküchen. „Derzeit lassen wir in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Bingen die Wertschöpfungsketten in Rheinland-Pfalz für ausgewählte landwirtschaftliche Produkte ermitteln, etwa von Rindfleisch, Getreide, Gemüse, Eiern und Geflügel.“ Dabei werden alle Schritte von der Beschaffung der Produktionsmittel über die landwirtschaftliche Urproduktion bis hin zu der Erfassung, Bündelung, Logistik, Verarbeitung und Vermarktung der Erzeugnisse mit einbezogen. „Das Ziel ist, anhand der Analyse zum einen die Schwachstellen und Hemmnisse, zum anderen Chancen und Lösungen in den Wertschöpfungsketten zu erfassen. Zusätzlich kann sie Aufschluss über die Verfügbarkeit der Produkte und das Sortiment geben.“ Aus den Ergebnissen werden weitere Maßnahmen im Rahmen des Öko-Aktionsplans abgeleitet.

Ausbau der Ernährungsinitiative „Rheinland-Pfalz isst besser“

Der Öko-Aktionsplan ist eng mit den ernährungspolitischen Zielen der Landesregierung sowie der im Jahr 2013 gestarteten Initiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ verknüpft: „Wir wollen die Träger dabei unterstützen, nicht nur den Anteil an regionalen, sondern auch an Biolebensmitteln in Gemeinschafts- und Außer-Haus-Verpflegung zu erhöhen. Unser Ziel ist, dass er in der Kita- und Schulverpflegung auf 30 Prozent steigt. Die bereits bestehenden guten Ansätze innerhalb der Initiative ‚Rheinland-Pfalz isst besser‘ werden daher weiter ausgebaut“, sagte Höfken. Mit Qualifizierungs-Angeboten für Fachkräfte soll allen Beteiligten rund um die Kita- und Schulverpflegung Hilfestellung gegeben werden, frisch zu kochen und insgesamt zunehmend Produkte aus ökologischer Erzeugung in der Region einzusetzen, auch im Bereich des Caterings. Darüber hinaus werden Seminare angeboten, um Kita- und Schulträger über die Ausschreibungspraxis zu informieren, wenn diese für das Essensangebot Biolebensmittel und regionale Produkte verwenden möchten.
„Es sollen Kitas, Schulen und Kantinenbetreiber darin unterstützt werden, Lieferbeziehungen zu regionalen Erzeugern oder Bündlern aufzubauen. Hierbei sollen auch bestehende Logistikstrukturen genutzt werden“, so die Ministerin. „Wir möchten in Pilot-Regionen den Einsatz biologisch erzeugter Produkte in der Kita- und Schulverpflegung stärken und dabei fachlich begleiten.“ Eine Ernährungskampagne wird nicht nur Kinder und Jugendliche für eine nachhaltige Ernährung sensibilisieren, sondern auch unterstützen, die Kita- und Schulträger sowie Eltern anzusprechen und für mehr Bio in ihren Speiseplänen zu gewinnen. „Wir planen außerdem eine Förderrichtlinie, um diejenigen Einrichtungen zu unterstützen, die auf Frischküche und vermehrten Einsatz von Bio umstellen. Darüber erhalten sie finanzielle Mittel für die Küchenausstattung“, sagte Höfken.

Aktive Zusammenarbeit mit allen Akteuren

Der Öko-Aktionsplan wird kontinuierlich weiterentwickelt und in Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort umgesetzt. In zwei Jahren soll eine erste Zwischenbilanz mit einem zweiten Öko-Aktionsplan gezogen werden. „Mit der Umsetzung des Öko-Aktionsplans schaffen wir eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Ökobranche in Rheinland-Pfalz und für ein Erreichen dieses 20-Prozent-Ziels“, sagte Höfken. „Ich bin überzeugt, dass nur durch die aktive Zusammenarbeit aller Beteiligten von der Wirtschaft über die Verbände bis hin zur Landesregierung der Ökologische Landbau in Rheinland-Pfalz gesteigert werden kann.“ Dabei wird die Zusammenarbeit  mit der Bundesregierung, die mit der „Zukunftsinitiative Ökologische Landwirtschaft“ ebenfalls das 20-Prozent-Ziel verfolgt, intensiviert, um stärkere Synergieeffekte zu nutzen. Die Umweltministerin betonte zugleich, dass nicht alle 42 Maßnahmen zeitgleich umgesetzt werden können. Einige wurden bereits Anfang des Jahres 2018 gestartet, andere werden noch in diesem Jahr angestoßen oder innerhalb des kommenden Jahres anlaufen.

„Öko-Aktionsplan ist praxistauglich“

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., Ralph Dejas, betonte: „Das Besondere am Öko-Aktionsplan ist: Er ist praxistauglich. Wir haben hier kein Papier, das in der Schublade verstauben wird. Im Gegenteil: Das Umweltministerium hat bei der Erarbeitung des Öko-Aktionsplans die Beteiligten eingebunden und die Anregungen aus der Praxis und von den Verbänden mit einbezogen. Das halte ich für eine sehr wichtige Voraussetzung, wenn die vielen Maßnahmen in den kommenden Jahren erfolgreich umgesetzt werden sollen.“ Ministerin Höfken sagte abschließend: „Die ökologische Landwirtschaft ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ein Gewinn für Rheinland-Pfalz – im Sinne des Klimaschutzes, des Artenschutzes, des Gewässerschutzes und im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Hintergrund: Ökolandbau in Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hat ein sehr dynamisches Wachstum in der Entwicklung des Ökologischen Landbaus:
• Der jährliche Flächenzuwachs beträgt etwa 6.000 Hektar
• Schwerpunkte liegen in der Grünlandbewirtschaftung, dem Ackerbau und dem Weinbau
Von 2010 bis heute hat sich die ökologische Anbaufläche annähernd verdoppelt:
• Ökofläche: 69.000 Hektar, das entspricht zehn Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche und einer Flächenzunahme von 83 Prozent in sieben Jahren.
• Zahl Öko-Betriebe: 1.503 Betriebe in Rheinland-Pfalz  wirtschaften ökologisch, das entspricht etwa neun Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt.

Den Öko-Aktionsplan finden Sie auch zum Herunterladen unter folgendem Link: https://mueef.rlp.de/de/themen/oekolandbau/oekologischer-landbau/

Quelle: Pressedienst Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten
 


 

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