18.05.2009

Regionale Marken mit Handwerksbezug

Regionalmarke EIFEL - Qualität ist unsere Natur

 

Das Projekt:

Entstanden ist die Regionalmarke EIFEL 2001/2002 durch das Förderprogramm "Regionen Aktiv - Land gestaltet Zukunft" des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm, unter Beteiligung der dortigen Kreishandwerkerschaft, hat eine Arbeitsgruppe gebildet und sich am Wettbewerb beteiligt. Ziel war es, regionale Wertschöpfungsketten vom Erzeuger über den Handel bis hin zum Verbraucher aufzubauen. Die Belange des Naturschutzes sollten dabei auch bei jedem Punkt der Kette beachtet werden. Durch ihre erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme wurde Bitburg-Prüm zu einer von 18 Modellregionen in Deutschland und erhielt ca. 3 Mio. Euro Fördergeld. Mit Hilfe dieser Förderung gelang es der Region in den vergangenen Jahren, eine gut funktionierende Regionalmarke aufzubauen.

Ziel der Regionalmarke EIFEL ist es, den Vertrieb der regionalen Nahrungsmittel zu verbessern. Ein wichtiges Ziel war es zunächst, die regionalen Produkte zum festen Bestandteil des Einzelhandelssortiments zu machen. Zu Beginn umfasste die Marke nur Lebensmittel. Mit dem Döppekuchen wurde in der Eifel sogar ein eigenes Leit-Gericht kreiert.
Relativ bald folgten auch touristische Dienstleistungen. Denn die Eifel Tourismus GmbH war als zentraler Vermarkter der Eifel in allen touristischen Fragen Mitglied der lokalen Arbeitsgruppe. Hotels, Ferienwohnungen, Privatzimmer und Restaurants machten den Anfang und stellten sich der Prüfung. Sie erhielten ein Zertifikat, wenn sie mindestens drei Sterne hatten und Teil des Schulungs- und Qualitätssiegel-Programms "Service Q" wurden.
Heute wirkt die Regionalmarke EIFEL bereits in fünf Handlungsfelder der Zukunftsinitiative Eifel: Tourismus und Kultur, Handwerk und Gewerbe, Landwirtschaft, Wald und Holz sowie Technologie und Innovation.

Das Charakteristikum der Produkte aus der Eifel ist, dass der Hauptrohstoff aus der Region stammen muss. Beispielsweise wird der regionale Branntwein nur aus Äpfeln aus der Eifel hergestellt. Die Schweine für den EIFEL Premium Schinken wurden in der Eifel geboren, gemästet und geschlachtet. Auch darf die Weiterverarbeitung nur in Eifeler Handwerksbetrieben stattfinden, meist Klein- und Kleinstbetriebe, die für besondere Qualität und hohe handwerkliche Fähigkeiten stehen. Derzeit sind ca. 250 Betriebe aus allen Landkreisen der Eifel Mitglieder der Initiative. Die Kernbotschaft der Regionalmarke EIFEL ist Transparenz und das wiederum erzeugt Vertrauen und Bindung bei den Verbrauchern.

Die Regionalmarke EIFEL können alle Erzeuger und Verarbeiter land- und forstwirtschaftlicher Produkte sowie touristische Dienstleister aus der Eifel nutzen. Voraussetzung ist, dass sie sich mit den Grundsätzen der Initiative identifizieren können und die definierten Qualitätsmerkmale einhalten. Darüber hinaus können auch neue Qualitätskriterien entwickelt werden. Es geht darum, aus einer Idee Umsatz bzw. Wertschöpfung zu generieren. Am Anfang stand aber auch die Frage: Was ist überhaupt "die Eifel"? Zunächst konzentrierte man sich auf den Eifelkreis Bitburg-Prüm, aber es wurde schnell klar, dass damit nicht die gesamte Eifel erfasst sein würde. Deshalb wurden die Wertschöpfungsketten über die Landkreisgrenzen hinweg ausgebaut. Die Definition der Eifel lautete dann: "Nördlich der Mosel, westlich des Rheins von Koblenz bis NRW um die Ecke Meckenheim und dann durch das südliche NRW bis Aachen und an der östlichen Seite die Bundesgrenzen an Belgien und Luxemburg hinunter Richtung Trier". Innerhalb dieser Gebietskulisse bewegen sich die beteiligten Partner und die dort ansässigen Unternehmen dürfen sich auch mit dem Label EIFEL schmücken.

Während der Projektphase entstand die Idee,  regionale Lebensmittel unter einem einheitlichen Label zu vermarkten. Mit dieser Zielsetzung wurden Kriterien entwickelt, um Qualität, Regionalität und Verbrauchertransparenz festzulegen. Nachdem die Produkte von einem eigens installierten Qualitätsausschuss festgelegt wurden, erhielten die Bewerber Projektmittel zur Umsetzung. So entstanden zunächst viele kleine Einzelprojekte. Eine Verpflichtung gab es nur gegenüber der Projektgruppe. Seit zwei Jahren ist diese Projektphase beendet.

Im Anschluss wurde die Regionalmarke EIFEL GmbH gegründet, die das operative Geschäft weiterführte. Sie entwickelte die Initiative weiter und im nächsten Schritt erfolgte eine Verzahnung zwischen Herstellern, Produzenten und Abnehmern. Ziel war es, die gesamte regionale Wertschöpfung miteinander zu verknüpfen. Daraus ergaben sich auch Verpflichtungen der Projektteilnehmer untereinander. Beispielsweise verpflichteten sich Hotels dazu, im Einkauf einen bestimmten Prozentsatz an EIFEL-Produkten zu erwerben. So stammen derzeit ca. 30 Prozent des Schweinefleisches, das die Hotelküchen im Jahr verwenden, von Eifelbauern mit zertifizierter Schweinemast. Ähnliches gilt für Honig und andere Lebensmittel.
Die Partner

Zu Beginn des Projektes trafen sich Stellvertreter aller Interessengemeinschaften in einer Arbeitsgruppe, um gemeinsam Ideen für die Initiative zu entwickeln. Mit Beendigung der Projektphase wurden ihre Aufgaben von der Regionalmarke EIFEL GmbH übernommen. Die Gesellschafter der GmbH sind die Eifel Tourismus GmbH als Vertreterin des Tourismus, der Kreisbauernverband als Vertreter der Landwirtschaft; die Kreishandwerkerschaft vertritt das Handwerk, und Repräsentanten der beiden Naturparks wahren die Belange des Naturschutzes.

Seit 2007 gibt es mit dem Aufsichtsrat ein weiteres wichtiges Kontrollgremium. Im Aufsichtsrat sitzen Vertreter der zehn Landkreise, die zum Naturgebiet der Eifel gehören. Durch die Umwandlung von einer öffentlichen Projektgruppe in eine juristische Person veränderte sich auch die Arbeitsweise der Initiative. Die Organe der GmbH kommen drei- bis viermal im Jahr zusammen, um gemeinsam über Ziele und Vorgehen zu beraten.
Bei allen wichtigen Entscheidungen, die die strategische Ausrichtung betreffen, wird eine Vollversammlung mit allen Teilnehmern der Initiative einberufen.
Die Vermarktung

Die Initiative bietet ihre Produkte über drei Vertriebswege an.

Handel: Der Vertrieb über den Einzelhandel gehört zu den Aufgaben der Regionalmarke EIFEL GmbH. Es ist inzwischen gelungen, die Produkte der Regionalmarke EIFEL  bei EDEKA, Globus, Hit, toom und REWE in die Regalen zu bringen.

Touristische Partner: Die EIFELprodukte werden über Hotels und Restaurants verkauft. Die beteiligten Partner stellen beispielsweise Präsentkörbe mit Produkten aus der Eifel aus, die die Hotelgäste erwerben können.

Klassischer Eigenvertrieb: Die beteiligten Partner verkaufen ihre Produkte auch direkt an den Endverbraucher, zum Beispiel in einer Metzgerei.

Ergänzt werden diese Kanäle durch den Online-Shop der EIFEL Tourismus GmbH, über den Interessierte von Lebensmitteln über Tassen bis hin zu Kleidung alle Produkte des EIFEL- Sortiments erwerben können.
Zur weiteren Absatzförderung schloss die Regionalmarke EIFEL GmbH Marken-Allianzen mit anderen regionalen Spitzenunternehmen. Das so genannte Co-Branding ist die Zusammenarbeit von ansonsten eigenständigen Marken zur besseren Vermarktung der Produkte. Es gibt beispielsweise Kooperationen mit der Milch-Union Hocheifel und mehreren bekannten Mineralquellen und Brauereien. Durch die Erhöhung des individuellen Bekanntheitsgrades, das Erschließen neuer Zielgruppen und die Durchdringung neuer Märkte profitieren beide Partner von der Zusammenarbeit.

Auch durch die Vermarktung unter der Regionalmarke EIFEL ist die Region Eifel innerhalb Deutschlands bekannter geworden. Es ist eine gemeinsame Identität entstanden, unter der sich die Region präsentiert. Die Bewohner der Eifel haben an Selbstbewusstsein gewonnen und sind stolz auf ihre Herkunft. Mit der Regionalmarke EIFEL wurde etwas geschaffen, was die Menschen miteinander verbindet. Doch die Region soll noch weiter wachsen. Aus diesem Grund wurde inzwischen die Zukunftsinitiative Eifel geschaffen. Die Zukunftsinitiative ist das Dach des Projektes, unter dem die politische Grundrichtung festgelegt wird. Demgegenüber ist die Regionalmarke EIFEL verantwortlich für das operative Geschäft für Qualitätsprodukte und -dienstleistungen. Unter dem Dach der Zukunftsinitiative Eifel sind bereits die nächsten Schritte geplant: So sollen ein so genanntes "Holzcluster" und gemeinsame Energieprojekte initiiert werden. Im Netzwerk "Handwerk und Gewerbe" der Zukunftsinitiative Eifel wurde vor wenigen Wochen der Handwerkerparkausweis veröffentlicht mit gegenseitiger Anerkennung von Parkerleichterungen (Der Ausweis kostet 120 Euro pro Jahr und berechtigt die Handwerksbetriebe zum Beispiel zum Parken im eingeschränkten Halteverbot, an Parkuhren, Parkscheinautomaten, in Parkscheibenzonen - gebührenfrei und ohne Beachtung der Höchstparkdauer -, auf Bewohnerparkplätzen und in verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb von Parkflächen. Bislang mussten sich Handwerksbetriebe in jeder Kommune, in der sie einen Auftrag abwickelten, um eine Sonderparkgenehmigung bemühen).

Hat jemand ein neues Produkt, das den Qualitätskriterien entspricht, kann es in die Markenfamilie der Regionalmarke EIFEL eingebunden werden. Die Zukunftsinitiative hingegen entwickelt Ideen, wie die einzelnen Projekte und Initiativen intensiver miteinander vernetzt werden können. Es ist geplant, einheitliche Wanderwege in der Gebietskulisse zu bauen (wie beispielsweise der Eifelsteig) und Radwege kreisübergreifend miteinander zu vernetzen.
Die Erfolgsfaktoren

Qualität: Wichtigster Erfolgsfaktor der Regionalmarke EIFEL ist die Qualität der Produkte. Die strengen Kriterien sind zwingend erforderlich für den langfristigen Erfolg.

Transparenz: Die Transparenz über Herkunft und Verarbeitung der Produkte schafft Vertrauen beim Endverbraucher. In der heutigen Zeit ist Vertrauen oftmals ein wichtiger Faktor bei Kaufentscheidungen.

Vermarktung: Die Vermarktung des Qualitätslogos ist professionell aufgebaut und strategisch angelegt. Alle Absatzwege werden bedient, um viele Zielgruppen zu erreichen.

Ansprechpartner:

Regionalmarke EIFEL GmbH
Kalvarienbergstraße 1
54595 Prüm
Telefon:  06551 98109-0
Fax:  06551 98109-10
E-Mail:  info@regionalmarke-eifel.de

Kreishandwerkerschaft MEHR
Kalvarienbergstrasse 154595 Prüm
Telefon: 6551 96020
Fax: 6551 960210
E-Mail: khs-westeifel@das-handwerk.de

Eifel Tourismus GmbH
Kalvarienbergstr. 1
54595 Prüm
Telefon: 06551 96560
Fax: 06551 965696
E-Mail: info@eifel.info

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

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